Auf dem lange brachliegenden und als „Sendlinger Loch“ bekannten Grundstück an der Alramstraße 14 in München-Sendling entsteht ein siebengeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit 186 Mietwohnungen, Einzelhandelsflächen und einer Kindertagesstätte.
Der mäanderförmig angelegte Baukörper gliedert sich in zwei Abschnitte, die sich in Farbgebung und architektonischer Ausformung leicht unterscheiden. Dadurch bleibt die große Baumasse als Folge ablesbarer Häuser erfahrbar und fügt sich in die Maßstäblichkeit des städtischen Umfelds ein. Der Fassadenentwurf folgt klassischen Gliederungsprinzipien. Über der als Sockel ausgebildeten Erdgeschosszone liegen vier Hauptgeschosse. Ein kräftiges Traufgesims markiert den Übergang zu den beiden Dachgeschossen. Das Mansarddach wird durch Gauben und Dachloggien gegliedert.
Vor- und Rücksprünge, Pilaster, Gurtgesimse, Fensterfaschen und unterschiedlich strukturierte Putzfelder verleihen den hellen Fassaden Tiefe und Gliederung. Die Details sind bewusst kantig und streng ausgebildet und übertragen klassische Gestaltungsprinzipien in eine zeitgemäße Formensprache. Überwiegend französische Fenster sorgen für gut belichtete Wohnungen. Balkone, Loggien und Dachterrassen erweitern die Wohnräume nach außen und fügen sich in den Rhythmus der Fassaden ein. Im Erdgeschoss ergänzen ein Lebensmittelmarkt zur Nahversorgung und eine Kindertagesstätte die Wohnnutzung.
So entsteht ein anspruchsvolles innerstädtisches Wohnprojekt, das Wohnen, Nahversorgung und soziale Infrastruktur miteinander verbindet – und zugleich zeigt, wie Stadtbildreparatur heute gelingen kann.